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heigh Magazine // Sag es laut!

Coffee To Stay

Popcornduft kitzelt meine Nase als ich das einewelt haus magdeburg betrete. Ein kleiner Tisch ist mit schönen Mitbringseln aus Äthiopien geschmückt und verschiedene Flyern des Hilfswerkes Missio liegen zum mitnehmen bereit. Die Vorbereitungen für eine Kaffeezeremonie stehen in den letzten Zügen.
Am vergangenen Freitagabend lud der Magletan e.V. zum Filmabend ins einewelt haus magdeburg ein. „Das Grüne Gold“ soll die Missstände, die in Äthiopien, wegen der großflächigen Enteignung und Rodung von Land herrschen, aufzeigen.

Während die Zuschauer*innen gebannt den wunderschönen bis schrecklich kargen Impressionen des Filmes folgen, beginnt die Kaffeezeremonie. Diese wird von zwei jungen Frauen aus Eritrea durchgeführt. Der Kaffee knistert, als er in der kleinen Pfanne geröstet wird. – Hunger, Armut, Gewalt. – Der Duft von dem ersten Kaffee hüllt den Saal ein. Popcorn wird zum Kaffee gereicht. – Verlust von Geschichte, Kultur, Würde und der vertrauten Heimat. – Ein zweiter Aufguss folgt und nimmt die Gäste ein Stückchen weiter mit in die kulturellen Gepflogenheiten des “Coffee to stay”.

Der Film birgt das Potential für Diskussionen! Umso schöner ist es, dass sich Schwester Kidist und Schwester Askalemariam aus Wush-Wush und Maria Faber des Hilfswerks Missio Zeit nehmen, um beim dritten Aufguss mit den Zuschauern über den Film und die aktuelle Situation vor Ort zu sprechen.

Ein facettenreicher Abend endet mit dem Bewusstsein, dass alles seinen Preis hat, aus Investitionen der Weltbank werden nicht nur Gewinner hervorgebracht und der bittere Nachgeschmack von Kaffee, hallt dort wo er herkommt meist länger nach als bei denen, die ihn konsumieren. Auf Fair Trade Produkte zurückzugreifen, sollte, wenn möglich, an der Tagesordnung stehen. „Das Gute ist, dass wir in Afrika immer Hoffnung haben!“, stellt Schwester Kidist fest, „Wir geben uns zufrieden, mit dem was wir haben und erfreuen uns an den kleinen Dingen des Lebens.“