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Die Immanenz der Trostlosen

Nach einem bekannten Sprichwort, heißt es: wer nach Liebe oder Glück sucht, findet dieses nicht. Aber wer nicht danach sucht wird von ihnen gefunden”?! Egal wie sehr wir an Liebe und Romantik zweifeln, wir suchen insgeheim immer nach diesem “einen besonderen Menschen” der einem Halt, Zuneigung und emotional ergänzen kann. “Ne ich gehe wohl nicht mit der Pyjamahose aus dem Haus. Es kann ja sein, dass ich auf irgendjemanden treffe”, egal wo du hingehst, ob es Sonntag ist oder ob du einfach nur den Müll rausbringen sollst. Dieser Gedanke bleibt immer präsent, wenn du Single, Mingle, allein oder dich einfach modebewusst verhältst, damit dich irgendjemand followt. Der Wille sichtbar zu werden für wen und was ist egal, Hauptsache es verändert etwas in unserer stetigen einsamen Zeit. Die Marktwirtschaft, Dating-Apps und Instagram verführen uns mit dem enormen Angebot. Jedoch scheitert diese Marketing-Strategie bei den meisten, weil wir die sind, die sich nicht entscheiden können. Wir wissen nicht ob wir Zuneigung, Abenteuer oder regelmäßigen Sex brauchen und wissen auch nicht, ob wir das Risiko eingehen wollen eine Beziehung zu haben, oder lieber die Zeit nutzen sollten, um uns selbst zu optimieren. Es heißt ja immer wer mit sich selbst zufrieden sei, könne erst dann selbstbewusst mit seinen Mitmenschen umgehen. Dabei bleiben uns im Optimierungsdrang nach der achtstündigen täglichen Arbeit, nach dem täglichen Fitnesstraining, unseren Hobbies und Investitionen vielleicht eine Stunde, in der wir unsere Ruhe haben und natürlich verbringen wir diese Zeit gern allein. Welche Voraussetzung sind heutzutage noch da, um den Willen aufzuzeigen, nach Beziehungsmodellen zu suchen, die auf Zweisamkeit basieren? Was opfert man dafür? Freiheit? Welcher Art von Mensch passt zu meinen täglichen Angewohnheiten? Welche sind die Schnittstellen zwischen mir und dem Anderen?

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass uns Rationalität, Reflexion und Logik in die Irre führen können. Aber dieses „gefühlslose Denken“ dient der Bewahrung unseres Selbst und unserer Autonomie. Letztendlich bleibt die Frage, was uns wichtiger ist und welche Balance uns die philosophische Mitte und längerfristige Glückseligkeit ermöglicht und das müssen wir individuell entscheiden.

 

Gastautorin: Gaia Gionti